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Das kunstseidene Mädchen und Mathilde Möhring

 
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Carmi
Gast





BeitragVerfasst am: 06.01.2006 11:26    Titel: Das kunstseidene Mädchen und Mathilde Möhring Antworten mit Zitat

Hey! Kann mir jemand über das Buch "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun und das Buch "Mathilde Möhring" von Theodor Fontane eine Inhaltsangabe geben? Außerdem vll noch das Rollenbild der Frauen in diesen Büchern?
das wäre eine sehr große Hilfe°!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Smile

Bitte Bitte Bitte Razz

MFG
carmi Smile Rolling Eyes
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jenny23701
Community-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 31.01.2006 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!
Vielleicht hilft dies:
Das kunstseidene Mädchen
Aufgewachsen in einer rheinischen Mittelstadt, stammt sie aus einfachen kleinbürgerlichen Verhältnissen. Die Mutter ist Garderobenfrau am Theater, der Vater ist arbeitslos und ein frustrierter Haustyrann. Ohne Bildung und Ausbildung, sieht sie – durchaus realistisch - einzig in Männerbekanntschaften die Chance zum sozialen Aufstieg.
Sie fühlt sich als jemand ungewöhnliches, schön genug für „mehr“. Ihr Leben empfindet sie als Film und so beschreibt sie es auch, als einen Film.
Ein sehr realitätsnaher Film, bar jeder Jungmädchenromantik oder falscher Sentimentalität. Doris weiß das Leben zu nehmen und traut es sich auch. Sie sucht nicht das Glück, denn „Glück macht satt“.
Besonders aber durchschaut sie die Männer, ihre Eitelkeit, ihre Aufgeblasenheit und ihre sexuelle Gier. Nach ihrer Meinung gibt sich ein Mädchen nur aus zwei Gründen hin „für Geld oder aus Liebe“.
Doch ihre ersten Versuche über Männerbekanntschaften aufzusteigen scheitern. Sie verliert sogar ihre Arbeitsstelle, weil sie sich weigert, sich ihrem Arbeitgeber – dem „Pickelgesicht“ - ohne Gegengabe hinzugeben.
Durch Vermittlung ihrer Mutter erhält sie schließlich eine Stelle als Statistin am Theater. Um Aufmerksamkeit zu erregen erfindet sie ein Verhältnis mit dem Direktor und durch eine Intrige- sie sperrt ihre Rivalin kurzerhand ein- gelingt es ihr sogar, eine kleine Sprechrolle zu ergattern. Sie scheint es geschafft zu haben, der Tag der Premiere wird ihr Triumph und sie ist „berühmt und ein Glanz“. Als sie jedoch zum Direktor bestellt wird, ahnt sie, dass ihre Lüge aufgefallen ist. Sie beschließt fortzugehen. Bei einem letzten Besuch im Theater sieht sie einen kostbaren Pelz, den Feh, sie stiehlt ihn und flieht, von einer Freundin mit Geld und Anlaufadressen versorgt, nach Berlin.
In Berlin ist es dieser Pelz, der ihr Leben und über den sie ihr Leben bestimmt. „Der Feh ist bei mir - meine Haut zieht sich zusammen vor wollen.“ Er stellt für sie so etwas wie die Eintrittskarte in die mondäne Welt dar. Ein Versprechen auf die Zukunft und ganz praktisch, die Möglichkeit eine andere „Klasse“ an Männern kennen zu lernen.
Doch haben trotz des Pelzes ihre ersten Versuche nur mäßigen Erfolg. Sie begeht sogar kleinere Diebstähle und nimmt schließlich eine Arbeit als Kindermädchen an. Der Hausherr will sie zu seiner Mätresse machen. Er bietet ihr eine eigene Wohnung und ein großzügiges Taschengeld an, doch sie entscheidet sich für dessen Freund, den „Schönen“, leider fehlt es diesem an finanziellen Möglichkeiten und so steht sie schließlich wieder auf der Straße.
Einmal scheint sie es geschafft zu haben. Sie lernt einen Industriellen kennen, der sie in seine Wohnung aufnimmt und sie großzügig freihält. Sie hat ein Dienstmädchen und einen Chauffeur. Doch dauert dieses Fest nur kurz, der Industrielle wird verhaftet und dessen Frau wirft sie aus der Wohnung.
Schließlich gelingt es ihr bei einem Redakteur unter zu kommen. Als dieser sie aber ausgerechnet am Weihnachtsabend versetzt, packt sie noch in der Nacht ihre Koffer und verlässt ihn.
Doris ist zwar berechnend, doch keineswegs herzlos. So gibt sie ihr letztes Geld einer hochschwangeren Freundin und kümmert sich um einen Blinden, dem sie vor dessen Einweisung in ein Pflegeheim ihre „große“ Welt zeigt.
Letztlich scheitert sie an ihrem Selbstwertgefühl, die Männer sollen sie aus Wertschätzung, aus Achtung und Respekt vor ihrer Person aushalten. Sie will nicht zur Ware werden und fürchtet nichts mehr als den Abstieg in die Prostitution.
Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr verbringt sie ohne Bleibe auf der Straße, schläft im Wartesaal am Bahnhof Zoo.
Dort lernt sie Karl kennen, einen arbeitslosen Maschinenschlosser, der in einer Gartenlaube lebt und sich mit einem Bauchladen durchschlägt. Dieser hilft ihr, versorgt sie mit Essen und macht ihr das Angebot, zu ihm zu ziehen, mit ihm zu leben und zu arbeiten, doch sie lehnt ab.
An Silvester trifft sie Ernst, das „Moos“. Ein Mann aus gutbürgerlichem Kreis, der von seiner Frau verlassen worden ist und Doris aus Einsamkeit bei sich aufnimmt. Ernst ist der erste Mann, der - außer Gesellschaft- nichts von ihr will, ihr nichts vormacht, ihr selbstlos hilft und ihr vertraut. Doris ist soviel Selbstlosigkeit zunächst unheimlich, sie verachtet sein Verhalten als Schwäche. Aber zum ersten Mal fühlt sie sich bei einem Mann geborgen und wächst von Tag zu Tag mehr in die Rolle der Hausfrau hinein. Sie beginnt das „kleine“ häusliche Glück kennen und schätzen zu lernen, beginnt sogar ihn zu lieben.
Um sein Vertrauen zu rechtfertigen, gibt sie ihm ihr Tagebuch zu lesen. Ernst schlägt vor, den Pelz zurück zu geben und Ordnung in ihre Verhältnisse zu bringen. Sie beginnt, sich von „ihrem“ Pelz zu lösen.
Als ein Brief vom Ernsts Frau ankommt, worin diese schreibt, dass sie wieder zu Ernst zurückkommen möchte, unterschlägt sie diesen und kehrt ihn - im wahrsten Sinn des Wortes - unter den Teppich.
Doch stellt dies nicht die einzige Dissonanz in ihrer Beziehung dar. Doris erfährt schmerzlich ihren Mangel an Bildung und bürgerlicher Lebensart, ihren unterschiedlichen sozialen Hintergrund, eben den Unterschied zwischen Schubert und „Das ist die Liebe der Matrosen“.
Doris bemüht sich, Ernst Frau zu verdrängen, sie ihn vergessen zu machen, doch muss sie, nachdem sie ihn verführt hat, erkennen, dass dieser seine Frau immer noch liebt.
Sie verlässt ihn, ohne eine Aussprache. Doch lässt sie ihm den unterschlagenen Brief seiner Frau zukommen, sucht diese sogar auf und schickt sie zu ihm zurück.
Schließlich steht sie wieder auf der Straße, mittellos und ohne Unterkunft. Die Begegnung mit einem Jungen am Bahnhof Friedrichstraße, der mit ihr sein Essen und sein Geld teilt, wird für Doris zum Wendepunkt. Sie entscheidet sich für ihr Milieu, macht sich auf, Karl zu suchen und – falls dieser sie noch will – sich mit ihm zusammen zu tun.
Denn „auf den Glanz kommt es nämlich vielleicht gar nicht so furchtbar an“.
Und da dieser Roman auch die Geschichte eines Pelzes ist:
Der Pelz wird nicht zurückgeschickt. Er wird verkauft.


Der Roman „Mathilde Möhring“ von Theodor Fontane wurde 1898 verfasst und handelt von einer jungen pragmatisch veranlagten, dabei wenig anziehenden Frau, die ihrem Stand entfliehen will.
Mathilde Möhring, die mit ihrer Mutter in einer Berliner Wohnung lebt und die nach dem Tod ih-res Vaters aus finanziellen Gründen einen Untermieter aufnehmen müssen. Dieser findet sich in Gestalt von Hugo Großmann, einem Studenten kurz vor dem Examen, der jedoch die Lektüre lite-rarischer Werke denen der Juristerei und abendliche Theaterbesuche dem Besuch der Universität vorzieht. Mathilde schätzt ihn in dieser Beziehung von vornherein richtig ein, sieht in ihm dennoch eine Chance für sich, aus den ärmlichen Verhältnissen herauszukommen. Somit legt sie sich einen regelrechten Plan, eine Strategie zurecht, um einen guten Eindruck bei Hugo Großmann zu ma-chen, der sie zunächst nicht beachtet, nach einer gewissen Zeit aber bei dem Resümee anlangt, "dass Thilde die Frau sei, die für ihn passe" (Kap. Cool. Er hat gemerkt, dass sie seinem verträumten und bequemen Naturell eine pragmatische und ehrgeizige Gegenstück sein könnte. Und er hat sich nicht getäuscht. Denn sobald sie seiner in Form einer offiziellen Verlobung sicher ist, lässt sie ihn nicht länger faulenzen, sondern sorgt eigenhändig dafür, dass er tüchtig und regelmäßig für sein Examen lernt und dieses schließlich auch besteht. Ganz glücklich ist Hugo mit diesem Antreiben von Seiten Mathildes zwar nicht, doch weiß er andererseits auch, dass er es ohne sie nie so weit gebracht hätte. Nachdem er das Examen in der Tasche hat, setzt Mathilde sich nicht zur Ruhe, sondern durchforscht so lange die Tageszeitungen, bis sie auf eine Annonce stößt, in welcher die Kleinstadt Woldenstein nach einem neuen Bürgermeister sucht. Mathilde ergreift die Chance be-ziehungsweise sorgt dafür, dass ihr Verlobter sie ergreift, und nachdem alles geregelt ist können sie heiraten. Die aus armen und kleinen Verhältnissen Mathilde Möhring hat sich zur Bürgermeister-frau gemacht. Und sie macht sich weiterhin gut. Denn immer noch ist Hugo auf ihren Anstoß an-gewiesen, und allein dank ihrer findigen, umsichtigen Natur und ihrem enormen Ehrgeiz, gelingt es ihm, sein Amt äußerst erfolgreich auszufüllen; immer ist sie es im Hintergrund, die ihm sagt, wie er sich auf Sitzungen verhalten soll, und sie sichert ihm auch das Wohlwollen der Vorgesetzten und anderen Honoratioren der Gegend.
Doch der Erfolg hält nicht lange an, denn Hugo zieht sich eine schlimme Lungenentzündung zu, die schließlich zu einer Schwindsucht führt, die ihm das Leben kostet. So sieht Mathilde sich wie-der in ihre alten Lebensumstände zurückgeworfen, zwar mit Witwenrente, aber doch nicht sehr viel besser als vor der Heirat mit Hugo Großmann. Doch sie findet sich schnell wieder zurecht, muss einsehen, dass sie nicht gegen sein Naturell hätte angehen sollen und entschließt sich, nun selbst Lehrerin zu werden. Sie lernt auf ihr Examen und besteht es mit weitaus größerem Erfolg als Hugo damals das seinige.


Mathilde Möhring
Mathilde ist 23 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in Berlin. Ihr Vater ist vor sieben Jahren mit Mitte vierzig gestorben, er war Buchhalter.
Mathilde hat eine manierliche Erscheinung ist aber ohne jeden Reiz. Sie ist hager, hat einen grisen Teint und besitzt dünne Lippen sowie strähniges, dünnes, aschblondes Haar. Ihr Gesicht wurde von einem Mann als „Gemmengesicht“ bezeichnet, und nur ihr Profil gefällt ihr. Mathilde besitzt einen energischen Ausdruck und sie hat einen nüchternen Blick auf Grund ihre wasser-blauen Augen, sie selber bezeichnet ihren Blick auch als Blechblick. Sie ist immer gut gekleidet.
In der Schule hatte sie gute Leistungen und wollte Lehrerin werden, doch sie kümmerte sich um ihre Mutter und verfolgte ihre Ziele nicht mehr. Obwohl sie weiß, dass sie klug ist, ist sie be-scheiden, aber sie besitzt eine gute Menschenkenntnis, die ihr im Leben viel hilft, weil sie so Situationen gut einschätzen kann. Aber sie hat einen starken, eigenen Willen, der sie berechnet wirken lässt. Sie ist eine fleißige und praktische Frau, und denkt sehr rational.


Interpretationsansätze
Was macht Mathilde Möhring zu einer modernen Frau?
• Aufstieg in der Gesellschaft durch eigene Kraft, von der Unterschicht bei ihrer Mutter zur oberen Mittelschicht mit Hugo als Bürgermeister.
• Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand und nützt ihre Chancen.
• Mathilde dirigiert Hugos Werdegang und bringt ihn bis zum Bürgermeister.
• Nutzt Hugos Schwächen zu ihrem eigenen Vorteil aus, spielt ihm etwas vor.
• Sie gibt nichts auf Äußerlichkeiten und ist eher sowohl vom Wesen als auch vom Ausse-hen her ein Mann.
• Auch nach Hugos Tod bleibt sie selbstbewusst und besteht ihr Examen als Lehrerin.

Absicht Fontanes
• Es geht in “Mathilde Möhring“ um den sozialen Aufstieg an sich.
• Novelle als Spiegel für die spießbürgerliche Gesellschaft (vor allem die Mutter)
• Seine Frauenfiguren haben immer einen starken Charakter und einen „Knacks“
(Vergleich zu „Frau Jenny Treibel“).
• Lobt das Verhalten Mathildes nicht in den Himmel und aber verurteilt Hugos unent-schlossenes Verhalten auch nicht à Zwielicht.

Fazit
Mathilde Möhring ist die vielleicht erste Moderne Frau in der Literatur wenn auch unperfekt und mit vielen Fehlern.

Bis dann!
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